Steine aus dem Glashaus

Peter-Matthias Gaede, Chefredakteur der GEO, hat eine kämpferische Erklärung verfasst, in der er seine G+J-Kollegen auffordert, offensiv für die Wahrung des Urheberrechts einzutreten. Und er hat sicher Recht, wenn er unter anderem sagt:

Für immaterielle Güter wie Texte und Fotos, für die Produktion von Information und die Vermittlung von Wissen kann dabei grundsätzlich nichts anderes gelten als für materielle Güter: Sind sie kostenlos erhältlich, wird sie niemand mehr erwerben. Werden sie nicht mehr erworben, wird es sie nicht mehr geben.

Man darf allerdings fragen, ob ausgerechnet Chefredakteure als Anwälte der Urheber taugen. Denn mit ihren zum Teil absurd niedrig honorierten Total-Buyout-Verträgen, die sie freien Journalisten immer häufiger nach dem Friss-oder-stirb-Prinzip vorlegen, leisten sie selbst einen nicht unerheblichen Beitrag dazu, dass kreative Arbeit und geistiges Eigentum immer mehr an Wert verlieren. Und die zugegeben schwierige Situation des Journalismus hat definitiv sehr wenig mit Internet-Piraterie oder mangelndem Respekt der „Freunde des gepflegten Mitessertums“ vor dem Urheberrecht zu tun.

Kommentare deaktiviert.