Auf Wiederhören: Moody Blues

In den 80ern hatte ich es schon mal in den Fingern, vor einigen Jahren noch mal – doch irgendwie ist es mir immer wieder entglitten. Jetzt sitze ich hier und höre es in Endlosschleife: Days Of Future Passed, das zweite Studioalbum von Moody Blues aus dem Jahr 1967. Ein monumentales Werk ohne Pathos, Meilenstein des Symphonic Rock und eines der wenigen Konzeptalben dieser Zeit, welche die Bezeichnung wirklich verdienen. Es enthält sieben Stücke, die teilweise aufeinander Bezug nehmen und mit dem fantastischen Nights In White Satin ihren wahrhaftig krönenden Abschluss finden. Selten sind Klassik und Rock ‘n’ Roll eine engere Verbindung eingegangen. Dabei ist das Entstehen des Albums im Grunde einem glücklichen Zufall zu verdanken.

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Drei Jahre zuvor hatten Moody Blues mit „Go Now“, einem gecoverten Song der Soul-Sängerin Bessie Banks, ihren ersten und bis heute einzigen Nummer-Eins-Hit in Großbritannien. Doch obwohl die Band von Brian Epstein gemanaged wurde und einige gmeinsame Auftritte mit den Beatles hatte, blieben weitere Erfolge aus. Zwei Gründungsmitglieder verließen daraufhin 1966 die Band: Clint Warwick und Denny Laine, der einige Jahre später mit Paul und Linda McCartney den harten Kern der Wings bilden sollte.

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Die verbliebenen Ray Thomas, John Lodge, Graeme Edge und Mike Pinder nutzten den personellen Umbruch zu einem musikalischen Richtungswechsel, holten noch Justin Hayward mit an Bord und wendeten sich dem Symphonic Rock zu. „Days Of Future Passed“ war das erste, durchaus beeindruckende Ergebnis. Das allerdings wie gesagt eher zufällig zustande kam. Denn ursprünglich waren die aufwändigen Aufnahmen von der Plattenfirma Decca nur dazu gedacht, die Möglichkeiten eines neuen Soundsystems zu demonstrieren. Moody Blues nutzen aber die Gelegenheit, eigenes Material einzuspielen. Das Ergebnis überzeugte auch Decca, und das Album wurde zur Überraschung aller auch kommerziell erfolgreich (das großartige Nights In White Satin wurde allerdings erst in den 70er Jahren wiederentdeckt und zum internationalen Hit).

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Damit war der Grundstein für eine dauerhafte Karriere gelegt, die der Gruppe zwar nur wenige Hits, dafür aber ein treues Stammpublikum bescherte. Noch heute geht sie regelmäßig auf Tour, hauptsächlich in den USA. Damit gehört Moody Blues neben den Stones, The Who und mit Abstrichen auch Procol Harum zu den wenigen Bands der „British Invasion“, die bis heute recht erfolgreich im Geschäft geblieben sind. Seit inzwischen fast 50 Jahren. Respekt!

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