Kategorie: Da pfeif ich drauf

Lunchkonzert für Kulturhungrige

Mensch. Da muss erst Besuch aus dem Ruhrpott kommen, um mich als Berliner auf interessante Kulturveranstaltungen in der Hauptstadt aufmerksam zu machen. Na ja, besser so als gar nicht. Immerhin kam ich auf diese Weise vorgestern das erste Mal seit vielen Jahren wieder in die Philharmonie.

Dort finden nämlich jeden Dienstag um 13 Uhr im Foyer so genannte Lunchkonzerte mit Kammermusik statt. Ein wirklich guter Tipp, den ich hier gerne weitergebe. Man sollte allerdings etwas Stehvermögen mitbringen …

Prof. Stefan Schulz, Bassposaunist Prof. Stefan Schulz, Bassposaunist der Berliner Philharmoniker

 

Der Eintritt zu den Lunchkonzerten ist frei, die Atmospähre ungezwungen und man kann vor dem musikalischen Teil zu wirklich zivilen Preisen eine Kleinigkeit essen oder trinken. Einziger Haken: Weiterlesen

Der kleine Unterschied

Wie cool ist das denn!? Da hatte ich meinen fest geplanten Besuch des Konzertes von Alanis Morissette im Juli hier in Spandau auf der Zitadelle kurzfristig zugunsten von Bob Dylan sausen lassen, der eine Woche vorher an selber Stelle spielte. Und nun erscheint eine Limited Edition* ihres neuen Albums mit zusätzlichen Songs und Videos von genau jenem Berliner Konzert, das ich verpasst habe. Extra für mich, quasi. Netter Zug. Danke.

Alanis Morissette bei ihrem Konzert auf der Zitadelle Spandau

Das neue Album „Havoc And Bright Lights“ selbst reißt mich allerdings nicht vom Hocker. Weiterlesen

Auf Wiederhören: Moody Blues

In den 80ern hatte ich es schon mal in den Fingern, vor einigen Jahren noch mal – doch irgendwie ist es mir immer wieder entglitten. Jetzt sitze ich hier und höre es in Endlosschleife: Days Of Future Passed, das zweite Studioalbum von Moody Blues aus dem Jahr 1967. Ein monumentales Werk ohne Pathos, Meilenstein des Symphonic Rock und eines der wenigen Konzeptalben dieser Zeit, welche die Bezeichnung wirklich verdienen. Es enthält sieben Stücke, die teilweise aufeinander Bezug nehmen und mit dem fantastischen Nights In White Satin ihren wahrhaftig krönenden Abschluss finden. Selten sind Klassik und Rock ‘n’ Roll eine engere Verbindung eingegangen. Dabei ist das Entstehen des Albums im Grunde einem glücklichen Zufall zu verdanken.

The video cannot be shown at the moment. Please try again later.

Drei Jahre zuvor hatten Moody Blues mit „Go Now“, einem gecoverten Song der Soul-Sängerin Bessie Banks, ihren ersten und bis heute einzigen Nummer-Eins-Hit in Großbritannien. Doch obwohl die Band von Brian Epstein gemanaged wurde und einige gmeinsame Auftritte mit den Beatles hatte, blieben weitere Erfolge aus. Zwei Gründungsmitglieder verließen daraufhin 1966 die Band: Clint Warwick und Denny Laine, der einige Jahre später mit Paul und Linda McCartney den harten Kern der Wings bilden sollte. Weiterlesen

Noch ein Siebziger: Brian Wilson.

Genie und Wahnsinn liegen dicht beieinander, heißt es. Das beste Beispiel dafür ist Brian Wilson, musikalischer Kopf der Beach Boys. Mit dem legendären Album Pet Sounds schafft er Mitte der 1960er einen Meilenstein der Popmusik und versinkt danach für viele Jahre im Sumpf von Drogen, Drinks und Depressionen. Das mit großem Aufwand produzierte Nachfolgealbum Smile bleibt zunächst unvollendet. Und es wird über 30 Jahre dauern, bis Brian Wilson, inzwischen vollständig genesen und augenscheinlich in bester Verfassung, sich des Werkes wieder annimmt und ernsthaft an der Fertigstellung arbeitet. 2004 findet in London die Uraufführung statt (siehe Video), das dazugehörige Album „Brian Wilson presents Smile“ bekommt sehr gute Kritiken und ist auch kommerziell erfolgreich. Brian Wilson ist wieder da – und sogar bereit, den verbliebenen Beach Boys Mike Love und Alan Jardin auf die Sprünge zu helfen: Vor wenigen Wochen erschien das neue Studioalbum der wiedervereinten Band, seit April sind die ergrauten „Strandjungs“ auf Tour durch die USA und Europa (3. August in Berlin).

Heute, nur zwei Tage nach seinem früheren musikalischen Rivalen und späteren Freund Paul McCartney, wird auch Brian Wilson 70 Jahre alt. Herzlichen Glückwunsch!

The video cannot be shown at the moment. Please try again later.

Hier noch ein kurzes, aber recht gutes Wilson-Portrait aus der Sendung „Tracks“ bei arte (das abrupte Ende ist vermutlich YouTube-Restriktionen geschuldet): Weiterlesen

Happy Birthday, Paul McCartney!

Alles in allem rund 200 Singles und knapp 50 Alben mit den Beatles, den Wings und Solo, zahlreiche Top-Hits, 5 klassische Werke und unzählige weitere Kompositionen für Musiker wie Cilla Black, Rod Stewart, The Everly Brothers, 10cc und viele andere.

Er ist der erfolgreichste Songwriter in der Geschichte der Rock- und Pop-Musik. Und ganz nebenbei auch ein exzellenter Musiker und Sänger. Sein neuester Rekord: 70 Jahre. So alt war er noch nie.

Happy Birthday, Paul McCartney!

The video cannot be shown at the moment. Please try again later.

Chaos & Creation at Abbey Road

Wie konnten die Beatles mit der damals aktuellen Vierspur-Aufnahmetechnik komplexe Produktionen wie das Sgt.-Pepper-Album realisieren? Was ist ein Mellotron, und wofür wurde es benutzt? Und wie entsteht überhaupt ein Song?

Wer wäre besser geeignet, solche und ähnliche Fragen zu beantworten als Ex-Beatle Sir Paul McCartney? Und welcher Ort käme dafür eher in Frage als das berühmte Studio 2 an der Abbey Road, in dem die Beatles außer Let It Be alle ihre Alben produziert und einen erheblichen Teil ihrer Zeit verbracht haben? Die filmische Dokumentation dieses außergewöhnlichen Events aus dem Jahr 2005 war vorgestern im Spätprogramm des MDR zu sehen. Und – soviel vorweg: Das Aufbleiben hat sich gelohnt.

The video cannot be shown at the moment. Please try again later.

Man merkt Paul McCartney an, dass er sich wohlfühlt. Gut gelaunt und mit viel Humor erzählt er in familiärer Atmosphäre beispielsweise von dem Moment, Weiterlesen