Der Sommer ist gelb

Sonne, Regen, Sonne, Regen – das wechselhafte Wetter, das wir Menschen in den letzten Tagen oft verflucht haben, war für Flora und Fauna ein Segen.

Kein Kommentar!

Sie nennen sich Fatih, Ingrid oder Felipe, Wilmer, Sora oder Birgitta, verfügen offenbar alle über einen Facebook-Account und schreiben fleißig zum Teil längere, scheinbar sachliche Kommentare, die allerdings keinerlei Bezug zum jeweiligen Thema des Beitrages haben. Genau 25 Stück seit gestern.

Offenbar hat die Spam-Mafia mein kleines, unbedeutendes Blog entdeckt und ihre virtuellen Schergen ausgesandt, um ihre Macht zu demonstrieren. Jetzt warte ich auf eine Mail, in der mir freundlich, aber bestimmt zum Abschluss einer kostenpflichtigen Versicherung gegen derartige Belästigungen geraten wird. Weiterlesen

Auf Wiederhören: Moody Blues

In den 80ern hatte ich es schon mal in den Fingern, vor einigen Jahren noch mal – doch irgendwie ist es mir immer wieder entglitten. Jetzt sitze ich hier und höre es in Endlosschleife: Days Of Future Passed, das zweite Studioalbum von Moody Blues aus dem Jahr 1967. Ein monumentales Werk ohne Pathos, Meilenstein des Symphonic Rock und eines der wenigen Konzeptalben dieser Zeit, welche die Bezeichnung wirklich verdienen. Es enthält sieben Stücke, die teilweise aufeinander Bezug nehmen und mit dem fantastischen Nights In White Satin ihren wahrhaftig krönenden Abschluss finden. Selten sind Klassik und Rock ‘n’ Roll eine engere Verbindung eingegangen. Dabei ist das Entstehen des Albums im Grunde einem glücklichen Zufall zu verdanken.

The video cannot be shown at the moment. Please try again later.

Drei Jahre zuvor hatten Moody Blues mit „Go Now“, einem gecoverten Song der Soul-Sängerin Bessie Banks, ihren ersten und bis heute einzigen Nummer-Eins-Hit in Großbritannien. Doch obwohl die Band von Brian Epstein gemanaged wurde und einige gmeinsame Auftritte mit den Beatles hatte, blieben weitere Erfolge aus. Zwei Gründungsmitglieder verließen daraufhin 1966 die Band: Clint Warwick und Denny Laine, der einige Jahre später mit Paul und Linda McCartney den harten Kern der Wings bilden sollte. Weiterlesen

Schlecker-Frauen haben’s gut

Uta Glaubitz ist selbständige Berufsberaterin und als solche offenbar viel unterwegs. Denn für ihre Einzelberatungen „kommen alle Städte in Frage, die einen ICE Bahnhof haben.“ Damit scheiden zwar schon mal viele Schlecker-Standorte aus, aber das Schicksal der Mitarbeiterinnen der insolventen Drogeriekette beschäftigt Frau Glaubitz trotzdem. Manchmal ist es ja gut, etwas Abstand zu haben. Und da sie auch Autorin und der Bedarf an journalistischer Billigware groß ist, schreibt sie darüber. Das Ergebnis ist ein ausgesprochen zynischer Text, der auch aus der FDP-Parteizentrale stammen könnte. Dankbarer Abnehmer: Spiegel Online.

Heute schließen die Schlecker-Filialen für immer – und 13.200 Beschäftigte verlieren ihren Job. Aber ist das wirklich so schlimm? Das vielerorts geäußerte Mitleid ist nichts anderes als Verachtung, findet die Berufsberaterin Uta Glaubitz.

Ja, es ist schlimm, wenn Menschen ihren Job verlieren. Vielleicht nicht für eine selbständige Berufsberaterin oder SPON-Redakteure, aber für die Betroffenen und ihre Familien. Weiterlesen

Termin in der Uckermark

In dieser Woche hat mich ein Job nach langer Zeit mal wieder in die Uckermark geführt. Schöne Gegend. Viel Gegend! Der gleichnamige Landkreis ist mit rund 3.000 km² einer der größten und gleichzeitig einer der am dünnsten besiedelten in Deutschland. An letzterem wird sich auch so bald nichts ändern. Die Einwohnerzahl ist seit der Wende von rund 170.000 auf knapp 130.000 zurückgegangen und liegt damit etwa auf dem Stand von 1890. Und der Abwärts-Trend ist noch lange nicht gestoppt: Für 2020 werden nur noch 110.000 Einwohner prognostiziert, 2030 soll die Zahl gar unter die 100.000er-Marke fallen.

Statistiken sind das eine. Das andere ist die Landschaft. Die Natur, die hier mehr Raum bekommt als anderswo. Entsprechend sind die wichtigsten Wirtschaftszweige denn auch Landwirtschaft und Tourismus. Neuerdings gewinnt zudem die Energiewirtschaft an Bedeutung. Viel Platz, das heißt eben auch: Viel Platz für Windräder. Die das Landschaftsbild übrigens nicht verschandeln, wie ich finde. Aber das ist natürlich Geschmacksache. Weiterlesen

Noch ein Siebziger: Brian Wilson.

Genie und Wahnsinn liegen dicht beieinander, heißt es. Das beste Beispiel dafür ist Brian Wilson, musikalischer Kopf der Beach Boys. Mit dem legendären Album Pet Sounds schafft er Mitte der 1960er einen Meilenstein der Popmusik und versinkt danach für viele Jahre im Sumpf von Drogen, Drinks und Depressionen. Das mit großem Aufwand produzierte Nachfolgealbum Smile bleibt zunächst unvollendet. Und es wird über 30 Jahre dauern, bis Brian Wilson, inzwischen vollständig genesen und augenscheinlich in bester Verfassung, sich des Werkes wieder annimmt und ernsthaft an der Fertigstellung arbeitet. 2004 findet in London die Uraufführung statt (siehe Video), das dazugehörige Album „Brian Wilson presents Smile“ bekommt sehr gute Kritiken und ist auch kommerziell erfolgreich. Brian Wilson ist wieder da – und sogar bereit, den verbliebenen Beach Boys Mike Love und Alan Jardin auf die Sprünge zu helfen: Vor wenigen Wochen erschien das neue Studioalbum der wiedervereinten Band, seit April sind die ergrauten „Strandjungs“ auf Tour durch die USA und Europa (3. August in Berlin).

Heute, nur zwei Tage nach seinem früheren musikalischen Rivalen und späteren Freund Paul McCartney, wird auch Brian Wilson 70 Jahre alt. Herzlichen Glückwunsch!

The video cannot be shown at the moment. Please try again later.

Hier noch ein kurzes, aber recht gutes Wilson-Portrait aus der Sendung „Tracks“ bei arte (das abrupte Ende ist vermutlich YouTube-Restriktionen geschuldet): Weiterlesen