Schlagworte: politik

Schlecker-Frauen haben’s gut

Uta Glaubitz ist selbständige Berufsberaterin und als solche offenbar viel unterwegs. Denn für ihre Einzelberatungen „kommen alle Städte in Frage, die einen ICE Bahnhof haben.“ Damit scheiden zwar schon mal viele Schlecker-Standorte aus, aber das Schicksal der Mitarbeiterinnen der insolventen Drogeriekette beschäftigt Frau Glaubitz trotzdem. Manchmal ist es ja gut, etwas Abstand zu haben. Und da sie auch Autorin und der Bedarf an journalistischer Billigware groß ist, schreibt sie darüber. Das Ergebnis ist ein ausgesprochen zynischer Text, der auch aus der FDP-Parteizentrale stammen könnte. Dankbarer Abnehmer: Spiegel Online.

Heute schließen die Schlecker-Filialen für immer – und 13.200 Beschäftigte verlieren ihren Job. Aber ist das wirklich so schlimm? Das vielerorts geäußerte Mitleid ist nichts anderes als Verachtung, findet die Berufsberaterin Uta Glaubitz.

Ja, es ist schlimm, wenn Menschen ihren Job verlieren. Vielleicht nicht für eine selbständige Berufsberaterin oder SPON-Redakteure, aber für die Betroffenen und ihre Familien. Weiterlesen

Genug ist genug

Okay. Klimawandel, Eurokrise, Betreuungsgeld – kann ja alles passieren. Aber beim Schnitzel hört der Spaß echt auf!

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Urheberrecht und so. Wieder mal.

Es ist ja gerade „in“, eine Meinung zum Thema Urheberrecht zu haben. Und hat man erst mal eine, dann nimmt man zu ihrer Bestätigung, was man kriegen kann. So auch der Autor und Blogger Malte Welding, der gestern auf Twitter mit dem plakativen Versprechen „Hintergründe zum Urheberrecht“ einen Text des Komponisten Walter Thomas Heyn bewarb. Titel: „Künstler, Verwerter und Piraten“.

Leider ist auch dieser Text eine einzige Enttäuschung. Weiterlesen

Doch, das darf man sagen!

SPIEGEL ONLINE berichtet über einen Vorfall im Westjordanland, bei dem jüdische Siedler auf unbewaffnete Palästinenser schießen – und das israelische Militär tatenlos dabei zusieht. Sowas kommt leider häufiger vor. Das besondere an diesem Fall: Er ist durch Videos belegt.

Nahost-Konflikt: Siedler schießen auf Palästinenser; Klick aufs Bild führt zum SPON-Artikel

Solche Vorgänge hätte Günther Grass gerne anprangern dürfen. Dann hätte er sich auch den perfiden Antisemitismus-Kniff in seinem Pamphlet sparen können. Denn aus sachlich begründeter Kritik hätte ihm kaum jemand einen Vorwurf gemacht. Im Gegenteil.

Aber Kleinkram wie der alltägliche Terror ist halt nicht sein Ding. Es muss schon mindestens eine Atomkriegsphantasie mit klarer Rollenverteilung sein, für die einer wie er den Federkiel ins Tintenfass taucht.

Wundersame Vermehrung der Kosten

Der Chefredakteur des Berliner Tagespiegel, Lorenz Maroldt, äußert sich in einem interessanten Kommentar bei radioeins zu der Frage, warum öffentliche Bauvorhaben immer deutlich teurer werden als ursprünglich geplant. Als wichtigsten Grund nennt er das Bestreben der verantwortlichen Politiker, die Kosten für ein gewolltes Projekt im Vorfeld möglichst niedrig anzusetzen, um eine möglichst hohe Akzeptanz in der Bevölkerung zu erreichen.

Das ist sicher richtig, vermutlich aber nur ein Teil der Wahrheit.  Weiterlesen