Schlagworte: wirtschaft

Schlecker-Frauen haben’s gut

Uta Glaubitz ist selbständige Berufsberaterin und als solche offenbar viel unterwegs. Denn für ihre Einzelberatungen „kommen alle Städte in Frage, die einen ICE Bahnhof haben.“ Damit scheiden zwar schon mal viele Schlecker-Standorte aus, aber das Schicksal der Mitarbeiterinnen der insolventen Drogeriekette beschäftigt Frau Glaubitz trotzdem. Manchmal ist es ja gut, etwas Abstand zu haben. Und da sie auch Autorin und der Bedarf an journalistischer Billigware groß ist, schreibt sie darüber. Das Ergebnis ist ein ausgesprochen zynischer Text, der auch aus der FDP-Parteizentrale stammen könnte. Dankbarer Abnehmer: Spiegel Online.

Heute schließen die Schlecker-Filialen für immer – und 13.200 Beschäftigte verlieren ihren Job. Aber ist das wirklich so schlimm? Das vielerorts geäußerte Mitleid ist nichts anderes als Verachtung, findet die Berufsberaterin Uta Glaubitz.

Ja, es ist schlimm, wenn Menschen ihren Job verlieren. Vielleicht nicht für eine selbständige Berufsberaterin oder SPON-Redakteure, aber für die Betroffenen und ihre Familien. Weiterlesen

Der Luxus hat seinen Preis

Schön shoppen und dann lecker essen …

Das gibt’s so extrem wohl nur in Berlin: Exklusive Läden mit sündhaft teuren Kleidern und Modeaccessoires, Schmuck und Uhren zum Preis eines Mittelklassewagens – und gleich daneben Schrippen für 10 Cent.

Sensation:
Chinesen klonen ein ganzes Dorf

Sie haben es tatsächlich getan. Als vor zwei Jahren die Meldung durch die Medien ging, eine chinesische Investorengruppe plane den naturgetreuen Nachbau des österreichischen Alpendorfes Hallstatt, dachten viele an einen PR-Gag. Wozu sollte sowas gut sein? Wer wollte das bezahlen?

Gestern nun wurde das geklonte Objekt im chinesischen Huizhou stolz der staunenden Weltöffentlichkeit präsentiert. Und tatsächlich ist es dem Original auf den ersten Blick wie aus dem Gesicht geschnitten: Kirche, Marktplatz, Brunnen – alles da.

Das echte Hallstatt in Oberösterreich (Bild: Gunnar Richter Namenlos.net, Quelle: Wikipedia)

Von einer billigen Kopie kann in diesem Fall aber keine Rede sein. Umgerechnet rund 750 Millionen Euro soll der Spaß gekostet haben. Bleibt noch die Frage, wozu das gut sein soll. Medienberichten zufolge sollen die Häuser und Wohnungen des Dorfes an wohlhabende Chinesen vermietet werden, die sonst schon alles haben. Außerdem erhoffen sich die Investoren eine Aufwertung der gesamten Region.

An der feierlichen Zeremonie soll auch der Bürgermeister von Hallstatt nebst heimischer Musikkapelle teilgenommen haben. Ob es sich bei den betreffenden Personen tatsächlich um Originale handelte, konnte jedoch nicht mit letzter Sicherheit geklärt werden.

Steine aus dem Glashaus

Peter-Matthias Gaede, Chefredakteur der GEO, hat eine kämpferische Erklärung verfasst, in der er seine G+J-Kollegen auffordert, offensiv für die Wahrung des Urheberrechts einzutreten. Und er hat sicher Recht, wenn er unter anderem sagt:

Für immaterielle Güter wie Texte und Fotos, für die Produktion von Information und die Vermittlung von Wissen kann dabei grundsätzlich nichts anderes gelten als für materielle Güter: Sind sie kostenlos erhältlich, wird sie niemand mehr erwerben. Werden sie nicht mehr erworben, wird es sie nicht mehr geben.

Man darf allerdings fragen, ob ausgerechnet Chefredakteure als Anwälte der Urheber taugen. Denn mit ihren zum Teil absurd niedrig honorierten Total-Buyout-Verträgen, die sie freien Journalisten immer häufiger nach dem Friss-oder-stirb-Prinzip vorlegen, leisten sie selbst einen nicht unerheblichen Beitrag dazu, dass kreative Arbeit und geistiges Eigentum immer mehr an Wert verlieren. Und die zugegeben schwierige Situation des Journalismus hat definitiv sehr wenig mit Internet-Piraterie oder mangelndem Respekt der „Freunde des gepflegten Mitessertums“ vor dem Urheberrecht zu tun.

Wundersame Vermehrung der Kosten

Der Chefredakteur des Berliner Tagespiegel, Lorenz Maroldt, äußert sich in einem interessanten Kommentar bei radioeins zu der Frage, warum öffentliche Bauvorhaben immer deutlich teurer werden als ursprünglich geplant. Als wichtigsten Grund nennt er das Bestreben der verantwortlichen Politiker, die Kosten für ein gewolltes Projekt im Vorfeld möglichst niedrig anzusetzen, um eine möglichst hohe Akzeptanz in der Bevölkerung zu erreichen.

Das ist sicher richtig, vermutlich aber nur ein Teil der Wahrheit.  Weiterlesen